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Das
Kastell San Giorgio sticht als repräsentativstes Denkmal aus
den historischen Gebäuden der Stadt La Spezia hervor. Es liegt
auf einer kleinen Erhöhung, die "Poggio" gennant wird.
Im frühen Mittelalter dominierte das Kastell die Ortschaft. Die
Festung durchlief seit der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts
zahlreiche Bauphasen. Aus dieser Zeit stammen auch die Fundamente
des Turmes, von dem heute nur noch der Unterbau erhalten ist, der
in der oberen Etage des Kastells betrachtet werden kann. Das Mauerwerk
ist mit Schießscharten für die Bogenschützen ausgestattet ,
die nach Norden, in Richtung des äußeren Gartens, ausgerichtet
sind. Der erhaltene Teil der Stadtmauer wurde durch den Bau der Straße
des XX. Septembers unterbrochen. Im
Jahre 1443 erfuhr das Kastell durch den Anbau des unteren Teiles,
der nun für den Gebrauch von Feuerwaffen geeignet war, einen
radikalen Eingriff. Ein Jahrhundert später, im Jahre 1554 wurde
mit den Bauarbeiten einer wichtigen Verteidigungsanlage begonnen,
die "Bastia" gennant wurde. Ihre Reste sind erst kürzlich
wiederentdeckt worden und so wurde mit der Rekonstruierung des oberen
Teiles begonnen. Aus Angst vor einem spanischen Gegenangriffwurden
die Verteidigungssysteme
am Golf von Genua ausgebaut. So kam es 1607 zu dem letzten Eingriff
am Kastell, der ihm seine entgültige Form verlieh. Zeitgleich
wurd der Turm von San Giovanni Battista, den man auch "Schulturm"
nennt, in der Bucht von Olivo in der Nähe von Portovenere errichtet.

P.De
Cotte, Plan de la Spetia et de ces nouvelles fortification ASG, Raccolta
cartografica, b. 17 bis, n. 1098.
Die Restauration
Die
Restauration der Festung, die vom Ministerium für Kulturgüter
mit der Unterstützung und dem Beitrag der Gemeinde La Spezia
gefördert und realisiert wurde, hat sich aus einer langen Periode
der Vergessenheit und Vernachlässigung befreit, wobei sie die
Nutzbarmachung und die erneuten funktionsgerechte Nutzung des Gebäudes
erlaubt. Die Arbeiten konnten 1985 aufgenommen werden. Man
begann mit der Restauration der Steinmauern am unteren Gebäudeteil.
Um nicht das Aussehen des mit Stein verkleideten Gebäudes zu
verändern, das sich im Laufe der Zeit bereits eingeprägt
hatte, entschied man, keine allgemeine Neuverputzung der äußeren
Wandflächen vorzunehmen, auch wenn man an vielen Stellen noch
Spuren einer groben Verputzung sehen konnte, die den Eindruck erweckten,
dass es sich hierbei um das ursprüngliche Aussehen aller Wände
handelte. Dennoch ließ man die noch vorhandenen Putzreste bestehen
und befestigte sie. In dieser Phase wurden auch die abschließenden
Mauerzacken der Wände wiederhergestellt, die zwar stark beschädigt
waren, deren Aussehen man aber noch aus alten Abbildungen und Fotografien
Ende des 19. Jahrhunderts erschließen konnte. Alle
Oberflächen der Mauerkrönung wurden mit auf der Basis von
zerstossenem Ton zubereiteten Mörtel verkleidet. Dies war das
traditionelle Isolationsverfahren, das man anwandte, bevor die modernen
bituminösen sowie aus Silikon bestehende Materialien eingeführt
wurden. Man fuhr danach mit der Isolation fort und realisierte jene
Fläche, die die beiden Teile der Burg voneinander abgrenzt. Es
wurden Sandsteinplatten verwendet, die gemäß dem Originalplan
zerteilt wurden, den man aufgrund einiger auf der Oberfläche
der zweiten Ebene gefundenen Plattenteile erschließen konnte.
Eine analytische Untersuchung der Pläne, die nahe dem Staatsarchiv
von Genua aufbewahrt werden, hat es ermöglicht, die Form der
Aufgangsrampe zum obenliegenden Bereich festzulegen. Diese wurde in
einer unbestimmten Epoche zerstört, man fand jedoch einige abgerundete
Steinblöcke. So entschied man, davon einen Entwurf mit der gleichen
starken Neigung anzulegen,
wobei man aber stellenweise einige Verbesserungen ergänzte, wie
z. B. eine Folge einer größeren Anzahl von Stufen und ein
in der Mitte liegendes Geländer.
Der westliche Saal des unteren Bereiches (Saal IV) wurde völlig
von den Erdaufschüttungen befreit, die 1607 vorgenommen wurden,
um das Mauerwerk zu stützen.
Die Belegung des Fußbodens der inneren Säle wurde mit steinernem
Material vorgenommen, das nach antikem Vorbild, wie man es noch an
einigen Stellen - wie z. B. der unterhalb von Saal III Zisterne -
aufgefunden hat, zerteilt wurde. Eines der größten Probleme,
das bei der Restauration überwunden werden musste, stellte der
Bau einer Rampe zur Verbindung der Via XXVII Marzo und dem Eingangsportal
dar. Der antike Aufgangsbereich zur Burg - ein System aus Rampe, Graben,
Brücke sowie Zugbrücke - wurde in der Tat nach der Öffnung
der öffentlichen Straße zerstört.
Man hat eine einzelne Rampe gebaut, die weniger steil ist als die
im Inneren der Burg. Über dem Eingangsportal wurde das Wappen
der Republik von Genua und das Basrelief, das
San Giorgio und den Drachen zeigt, angebracht. In der letzten Phase
der ausgeführten Arbeiten zwischen 1996 und 1998 wurde der obere
Teil der Burg wieder komplett nutzbar gemacht. Das Tor, das auf der
Westseite liegt und das auch auf einigen Zeichnungen des 18. Jahrhunderts
besonders hervorgehoben worden war, wurde wieder geöffnet.
Die Erdaufschüttung, die 1607 gemacht worden war, um das Mauerwerk
der Nord- und Ostseite - entsprechend den Sälen VII, VIII und
X widerstandsfähiger gegen Beschuss zu machen, wurde entfernt.
Dieses Vorgehen hat es ermöglicht, einen beträchtlichen
Teil der die Burg des 14. Jahrhunderts umgebenden Mauern sowie die
angrenzenden Räume (Säle VII und VIII) wieder ans Tageslicht
zu bringen. So wurden in diesen Räumen einige Schießscharten
für Bogenschützen, die noch verschüttet waren - wiederentdeckt,
außergewöhnliche Verteidigungselemente, die nahezu unversehrt
waren und jetzt wieder sichtbar sind. Auf dieselbe Weise wurden die
ursprünglichen Lüftungsschächte in der Mitte der Bastionsreihen
wieder ausgegraben. Einige Teile der begehbaren Burg wurden vergittert,
um es zu ermöglichen die Reste der mittelalterlichen Gebäudestrukturen,
die während den Restaurationsarbeiten entdeckt wurden, zu sehen:
Es handelt sich im einzelnen um die Basis des Burgfrieds und einiger
unterirdischer Räume des Saales VI.
Zusammenfassung von Giorgio Rossini: Das Castello di san Giorgio:
Geschichte, Architektur, Restauration
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