Die Fundstücke dieses Saales verweisen aufgrund ihrer ursprünglichen Anordnung auf die öffentlichen Gebäude von Luni, auf jene Orte, die außer ihren eigentlichen Funktionen auch noch die wichtige Aufgabe erfüllten, ein gutes Verhältnis und die Angliederung zwischen den Bürgern zu erleichtern.
Der Marktplatz war zum Treffpunkt bestimmt, wo sich öffentliche und private Angelegenheiten sehr häufig vermischten; Theater und Amphitheater waren für Spiele und Darbietungen - also für die Unterhaltung - da. In der städtischen Basilika wickelte man die Handelsgeschäfte ab und verwaltete die Justiz. Die Tempel waren die Gebäude, wo man die kultischen Zeremonien feierte und in den Thermen, deren Lage man in Luni noch nicht bestimmt hat, konnte man warme und kalte Bäder nehmen, gymnastische Übungen ausführen, sich massieren lassen und auch soziale Bindungen knüpfen.
Es gibt viele Öllampen - die Lichtquellen des Altertums, die man zur Beleuchtung der Wohnhäuser, aber auch der öffentlichen Gebäude, verwendete; im Tempel wurden sie auch als Weihgabe aufgestellt. Ein weiterer wichtiger Gebrauch der Öllampen war geknüpft an die Bestattungsriten, in denen diese symbolische Bedeutung für den Schutz gegen das Übel erwarben, aber auch jene des göttlichen Lichts - Hoffnung für die Auferstehung - weshalb sie auf das Grab als Geschenk gestellt wurden, das den Toten auf seine Reise ins Jenseits begleitete.
Eine Öllampe besteht aus drei Teilen: dem Lampenbauch mit einem Loch oben, durch das man Öl oder Talg goss und dann mit einem Deckelchen verschloss, dem Brenner, wo der Docht befestigt war, an dem man die Lampe anzündete und schließlich dem Henkel, um sie halten zu können. Die Öllampen waren im allgemeinen in Keramik oder Bronze gearbeitet und wiesen unterschiedliche Verzierungen auf: Bei den bronzenen Lampen drückten die Griffe auf besondere Weise die übermäßige Kreativität des Handwerkers aus; es wurden Tiere wie z.B. die Fledermaus dargestellt, ein Symbol der Nacht als Kontrapunkt zum Licht, das von der Lampe selbst verströmt wurde. Manchmal wurde der Lampenbauch in Form eines Fußes oder eines Frauenkopfes dargestellt. Die Exemplare aus Keramik wurden mittels Lackierungen und Zeichnungen verschönert, die als Relief mit Keramikapplikationen realisiert wurden.
Für gewöhnlich gab es nur einen Brenner, aber es existierten auch Öllampen, die zwei oder noch mehr besaßen, damit sie - je nachdem, für welchen Ort sie bestimmt waren - ein starkes Licht erzeugten. Normalerweise wurden die Lampen nur auf einer Platte befestigt, aber in einigen Fällen konnten es auch kleine Sockel oder eigens dafür bestimmte Kandelaber sein - oder sie wurden mittels Bronzekettchen an die Wand gehängt.